Liebe PHILGER-Freunde,

wie Sie wissen, liebe ich Manila über alles. Warum? Das weiß nur Gott. Die Stadt ist laut, dreckig und heiß. Aber sie hat trotzdem ein gewisses Flair. Ehrlich gesagt: Im Moment hasse ich meine heimliche Liebe. Es ist zurzeit Unerträglich heiß, und alles kommt mir noch lauter vor als im letzten Jahr;  oder liegt das an meinem Alter?

In der Zwischenzeit war ich schon im neuen Kloster von Father Archie in der Provinz Tarlarc. Die Einladung zum einjährigen Bestehen des Kloster konnte ich ihm nicht abschlagen; war ich doch auch bei der Einweihung dabei. Da, im Kloster, findet man genau das Gegenteil: Es ist sehr ruhig, und oben auf dem Berg weht immer ein kleines Lüftleid. - Auf der Rückfahrt fuhren wir natürlich bei der Pfarrei von Ramos und dem Waisenhaus für Jungen vorbei. Da wir nicht soviel Zeit hatten, versprach ich, später noch mal vorbei zu kommen und mit ihm das traditionelle Essen nachzuholen. Und glauben Sie mir, das werde ich auf keinen Fall vergessen. Es ist zwar nur bei McDonald (alles andere ist zu teuer), aber alle freuen sich riesig darauf.

Zurück in Manila ging das Warten wider los. Jetzt bin ich schon über 14 Tage hier und habe noch immer keinen ärztlichen Befund in der Hand. Es ist halt hier so, dass jede Woche nur eine Untersuchung gemacht wird. Nur eines weiß ich jetzt schon: Alle Kinder haben mehr oder weniger TBC. Bedauerlicherweise merken es die Eltern nicht oder scheuen sich, zum Arzt zu gehen, weil sie das Geld für die Medizin nicht haben. Für uns bedeutet das aber, dass sie alle länger in Manila bleiben müssen und die notwendigen Operationen bis zur Ausheilung warten müssen.

2)     Kommen wir zu Pater Beltran und seiner Auferstehungs-Gemeinde. - Früher war ich noch nicht ganz gelandet da hatte ich schon eine Einladung,  Smokey Mountain  zu besuchen. Diesmal hatte ich mich schon dreimal mit Pater Beltran getroffen, um wichtige Dinge zu besprechen; aber auf die Einladung warte ich immer noch. - Letzten Freitag „schnappte“ ich mir den Hausboy von Father Archie, Joel (die Worte von Father Archie waren: „Onkel Lutz, das ist dein Leibwächter. Ich 110 kg, er 50 kg; ich musste lachen)  und fuhr zur Smokey Mountain Station.

Bis zur Straßenbahnhaltestelle Blumentritt geht es ja noch. Aber wie immer: Wenn man ein Taxi braucht, ist keines da oder will nicht zu den Smokey Mountains fahren. Nach eine ½ Std zu Fußmarsch  nahm uns doch eines auf. Aber da war was los. Die Einfahrt von der Hauptstrasse her war zu; eine riesengroße Baustelle (neue Brücke.) Die Sicherheitsleute ließen uns nicht durch, und das Taxi war schon weg. - Wir ließen uns durch einen Einheimischen zum neuen Eingang führen. Ganz geheuer war mir das natürlich nicht. Ich hatte zwar nicht viel Geld und nur eine alte Uhr dabei, aber das wussten die ja nicht. Na ja, nach einem 20 minütigem Fußmarsch durch enge, übelriechende und von Abfall übersäte Gassen und begleitet von neugierigen Blicken der Leute und dem ewigen „Hello Jo- rufen“ kamen wir doch noch an unser Ziel.

Je weiter wir in das Areal eindrangen, um so schneller merkte ich schon, warum Pater Beltran noch nicht eingeladen hatte. Und als ich bei der Baustelle für die neue Kirche ankam, verstand ich ihn ganz und gar. Das neue Smokey Mountain Areal wird dem alten immer ähnlicher. Es verkommt und stinkt teilweise erbärmlich und die Kirche ist von meinen letzten Besuch Ende Januar 2007 bis heute nicht ein Millimeter gewachsen. Und plötzlich stand Pater Beltran hinter mir. Ich machte ein Handzeichen Richtung Kirche und er zuckte nur mit den Schultern. Ich machte mir so meine Gedanken.

War das Projekt zu ehrgeizig, eine grüne Umweltkirche von einer Million Euro = ca 65 000 000 Peso (1Million €) in so ein Elendquartier zu setzen. War es die „Spinnerei“ eines Paters. Ich glaube nein! 1. Auch diese Menschen haben ein Anrecht auf eine schönes Gotteshaus und warum nicht eine umweltgerechte Kirche, die kein Wasser und keinen Strom von außen braucht. Und noch eines dürfen Sie nicht vergessen: Es ist nicht nur eine Kirche, sondern ein Komplex mit Kinderkarten, Schulungsräumen, eine Bäckerei, Näherei usw., wo später auch junge Leute dieses  Handwerk lernen können. Auch eine Schule für die vielen Schulabbrecher ist in diesem Komplex geplant. Das alles auf einem Areal, auf dem früher eine Müllhalde war und für 25 000 Müllmenschen Brot und Arbeit darstellte. Ich war vor 3 Jahren bei der Abstimmung über eine neue Kirche dabei .90% der Gemeindemitglieder waren dafür. Ich war dabei als Vertreter der Partnergemeinde Herz-Jesu-OB-Sterkrade bei der Grundsteinlegung mit den Kardinal Rosario und  viel Prominenz.

Natürlich fragte ich Pater Beltran nach dem Grund für den Stillstand. Denn auch der PHILGER e.V hat, ohne es an die große Glocke zu hängen, über 120 000 € für die Kirche  besorgt. „Seit einem Jahr lese ich in unserer Tageszeitung immer wieder, dass für Deine Kirche und den Kindergarten gespendet wurde. Wo ist das ganze Geld?“. Antwort: „Lutz soviel war es gar nicht, mal hier ein paar Hundert und da Tausend. Aber,  bitte denke daran, wir mussten mehr Stempel in die Erde setzen als geplant. Das ehemalige Müllareal war weicher als gedacht. Wir mussten nicht 25 m lange Stempel in die Erde rammen sondern 35 m lange und zudem doppelt so viele wie geplant.“

Natürlich hatten die Gemeindemitglieder mit mehr Hilfe, das heißt auf mehr Sponsoren gehofft. Wo sind die Sponsoren geblieben, die versprochen haben, zu helfen? Haben wir Oberhausener, wir vom Bistum Essen nicht die große Chance den Ärmsten der Armen zu helfen? Es werden bei uns leider so viele Kirchen geschlossen. Könnten wir neben eventueller finanzieller Hilfe nicht auch das Inventar zur Verfügung stellen. Natürlich bedeutet dies auch, dass man die Transportkosten (pro Container ca. € 2000 und die eventuellen Verzollungskosten aufbringen muss.
Helfen wir den Ärmsten der Armen, damit diese ein menschenwürdiges Gotteshaus bekommen. DANKE

Dieses Wochenende (14.2.) werde ich Manila verlassen und in der Provinz (Aklan ca. 1 Flugstunde von Manila entfernt) Kinder treffen, denen wir Dank Ihrer Hilfe Helfen konnten: Nelvin, Eiza usw.
Auch möchte ich noch einmal den Jerico sehen; er soll im Sterben liegen. Möge unser Herrgott ihn schnell zu sich holen, denn wie ich hörte kann er nicht mehr schlucken und muss flüssig ernährt werden. Auch zur Leprastation in Iloilo, zu Sr. Rufina. werde ich fahren, um zu schauen, ob unsere Pakete auch die richtigen Empfänger erreicht haben. In meiner Begleitung habe ich zwei Besucher: Prof. Pfarrer Groß aus Eichstätt und Herrn Manfred Schledorn aus Oberhausen.
Also drücken sie mir die Daumen, dass ich auch da meine Aufgaben lösen kann.

Herzliche Grüße aus dem heißen  und schwülen Manila

Ihr   Lutz Ruhloff,  1. Vorsitzender des PHILGER e.V

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